Die Berliner Philharmoniker gelten heute als eines der weltweit besten Sinfonieorchester. 1882 gründeten 54 wegen der zu geringen Bezahlung in ihrem bisherigen Orchester unzufriedene Musiker ihr eigenes Orchester. Als offizieller Gründungstag gilt der 1. Mai 1882. Interessant ist die (bis heute anhaltende) demokratische Grundhaltung der Musiker: Sie verpflichteten sich zum gegenseitigen unverbrüchlichen Zusammenhalten und zur persönlichen Haftung für alle anfallenden Ausgaben. Ab August 1882 nannten sie sich Berliner Philharmonisches Orchester. Eine ehemalige Rollschuhbahn wurde zum ersten festen Auftrittsort. Der Konzertagent Hermann Wolff übernahm die Organisation des Geschäfts und Ludwig von Brenner wurde als erster Chefdirigent zum wesentlichen Motor der künstlerischen Entwicklung. Schnell als herausragendes Orchester geltend, kamen auch rasch berühmte Dirigenten als Gäste zum Orchester, in den ersten Jahren etwa Johannes Brahms, Peter Tschaikowski und Edvard Grieg. Dennoch musste das Orchester, um finanziell bestehen zu können, bis in die 1930er Jahre hinein neben den anspruchsvollen Philharmonischen Konzerten regelmäßig leichte und leichteste Kost anbieten.

Geprägt wurde das Orchester von Anfang an durch herausragende Dirigenten-Persönlichkeiten. Hans von Bülow, von 1887 bis 1892 Chefdirigent, gilt als bahnbrechend, was die Bedeutung des Dirigierens angeht: Er verwandelte den Mann am Pult vom Taktschläger, der allein dazu da ist, den einzelnen Musikern eine Orientierung zu geben, zum Interpreten. Für von Bülow, auch hierin war er ein Pionier, waren lange und harte Proben das A und O. "Heiliger Ernst für eine heilige Aufgabe" – das war sein Motto. Und das lebt noch heute. Seit den 1970er Jahren verleihen die Berliner Philharmoniker die Hans-von-Bülow-Medaille und ehren ihren ersten Chefdirigenten, indem sie herausragende Musiker und Dirigenten auszeichnen.

Nach Hans von Bülow haben vor allem die Star-Dirigenten Arthur Nikisch (1895–1922), Wilhelm Furtwängler (1922–1945 und 1952– 1954), Herbert von Karajan (1954–1989), Claudio Abbado (1989– 2002) und seit 2002 Sir Simon Rattle das Orchester geprägt. Die schwierigste Zeit für das Orchester waren die Jahre 1933 bis 1945. Die Machthaber des Nazi-Regimes betrachteten das Orchester unverhohlen als Repräsentanten ihres Staates. Wilhelm Furtwängler und sein Orchester aber rebellierten, indem sie zum Beispiel als "entartet" eingestufte Musik jüdischer Komponisten mit Aufführungen verteidigten.

Das führte dazu, dass Furtwängler 1934 offiziell von allen Ämtern zurücktreten musste und dem Orchester bis 1945 lediglich als ständiger Gastdirigent verbunden blieb. Nach Furtwänglers Tod im November 1954 wurde Herbert von Karajan (*1908; †1989) zum Chefdirigenten gewählt. Er leitete das weltberühmte Orchester bis heute am längsten - 34 Jahre lang. Karajan, gefeiert als Klangmagier und Genie, erarbeitete endgültig den berühmten samtig-seidigen Klang, der bis heute als Markenzeichen der Berliner Philharmoniker gilt. In seiner Zeit wurde 1963 das neue Haus, die vom Star-Architekten Hans Scharoun entworfene Berliner Philharmonie, eingeweiht. Begeistert von Technik stärkte Herbert von Karajan den Ruhm des Orchesters auch durch den Mut zu Neuem. So produzierte er beispielsweise 1982 mit den Berliner Philharmonikern die weltweit erste Audio-CD. Sein Nachfolger Claudio Abbado setzte weitere neue Akzente, etwa dadurch, dass er jeder Spielzeit ein Motto gab, wie zum Beispiel "Shakespeare" oder "Die Lyrik Hölderlins".

1999 wählte das Orchester Sir Simon Rattle zum neuen Chefdirigenten. Mit seinem Amtsantritt gab es einschneidende rechtliche Veränderungen: Auf seine Initiative wurde die öffentlich- rechtliche Stiftung Berliner Philharmoniker gegründet. Künstlerisch hat Rattle selbstverständlich die Tradition des exzellenten Spiels fortgesetzt, brilliert aber immer wieder mit einer neuen Lebendigkeit und der Lust am Erforschen von bisher für das Orchester fremden Klangwelten. Die Vielzahl an internationalen Auszeichnungen der letzten Jahre, der Sturm des Publikums auf jedes Konzert und nicht zuletzt die enormen Verkaufszahlen der CDs und DVDs geben dem Konzept Recht. Besondere Ehrung wurde den Berliner Philharmonikern und ihrem Künstlerischen Leiter, Sir Simon Rattle, im November 2007 mit der Ernennung als Internationale UNICEF- Botschafter zuteil. Sie waren somit das erste Orchester weltweit, das diese Auszeichnung bekam. Die Stiftung Berliner Philharmoniker ist damit die erste Institution, die diesen Titel trägt. Für die Modernität und Weltzugewandtheit des Orchesters steht seit 2008 auch die Digital Concert Hall. Auf diesem Online-Portal werden im Internet nahezu alle Abonnementskonzerte des Orchesters live übertragen. Bei soviel Lust am Neuen verwundert es nicht, dass die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle sofort von der Idee begeistert waren, den ersten Konzertfilm in 3D mit zu realisieren.